Was ist ein Abführmittel und wie funktioniert es?

Zuerst einmal schauen wir uns an, was überhaut ein Abführmittel ist und wie es funktioniert. Grundsätzlich bezeichnen wir als Abführmittel – in der Fachsprache Laxativa (Pl.) oder Laxativum (Sg.) – ein Mittel oder Medikament, das die Abfuhr von Stuhl einleitet beziehungsweise erleichtert. Das heißt, es wird eingesetzt wenn Sie Probleme mit dem regelmäßigen Stuhlgang haben, dieser zum Beispiel sehr hart oder unregelmäßig ist, oder gar komplett ausbleibt.

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Bei den Abführmitteln unterscheiden wir darüber hinaus grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Arten:

  1. Natürliche Abführmittel / Hausmittel
  2. Medikamente zur Abführung (rezeptfrei auf Rezeptfreies.com)
  3. Medikamente zur Abführung (rezeptpflichtig)

Diese Unterscheidung ist wichtig, denn die Mittel die hier zur Anwendung kommen, unterscheiden sich mitunter deutlich. Zu den natürlichen Abführmitteln gehören zum Beispiel vor allem Hausmittel, wie Rizinusöl oder Einläufe, während sich bei den rezeptfreien Abführmitteln sowohl um natürliche wie um künstliche Produkte oder eine Mischung aus Beiden handeln kann (weitere Infos hier).

Rezeptpflichtige Abführmittel sollen in diesem Artikel eher nebensächlich behandelt werden. Dies sind meist starke Medikamente, die künstlich hergestellt wurden und nur bei sehr schweren Fällen und unter strengen Kontrollen zum Einsatz kommen. In den meisten Fällen sind für uns die Abführmittel in den ersten beiden Kategorien jedoch völlig ausreichend und erfüllen ihren Zweck mehr aus gut.

Die nächste Frage ist nun, wie funktioniert denn überhaupt so ein Abführmittel? Was passiert in Ihrem Körper, damit die gewünschte Wirkung – mitunter relativ schnell – eintritt?

Die genaue Wirkung der Mittel ist von Präparat zu Präparat verschieden und zu komplex, um sie hier genau darzustellen. Wir wollen uns nichts desto trotz die Funktion der Laxantiva einmal vereinfacht anschauen. Generell kann man hier sagen, dass bei den meisten Abführmittel, das Volumen des Stuhls im Darm vergrößert wird. Dies führt dazu, dass die Darmbewegungen (Peristaltik) zunimmt und den Stuhl in die gewünschte Richtung schiebt, bis es schließlich zum Stuhlgang und Ausscheidung kommt. Andere Präparate und Hausmittel, wie zum Beispiel Rizinusöl, Einläufe oder vergleichbares, entfalten ihre Wirkung, in dem sie die Darmaktivität steigern und so die Verdauung anregen. Das führt dann ebenfalls zur – mitunter recht schnellen – Ausscheidung des Stuhls. Der Stuhlgang ist dabei je nach Mittel bei der Ausscheidung entweder fest, oder aber cremig bis flüssig (Durchfall). Letztes ist vor allem bei Einläufen der Fall.

Wann kommt ein Abführmittel zum Einsatz?

Generell wird erst einmal versucht, Probleme mit dem Stuhlgang durch eine Änderung des Lebensstils und einer Umstellung der Ernährung zu begegnen. Die vermehrte Aufnahme von Flüssigkeiten und Ballaststoffen ist hier meist der erste Schritt. Bleibt der Stuhlgang trotz allem immer noch aus oder findet nur sehr unregelmäßig statt – hier sagt man etwa weniger als dreimal pro Woche und in Kombination mit starkem Pressen – kommt meist ein Abführmittel im nächsten Schritt zum Einsatz. Viele Familien bedienen sich darüber hinaus bei häufigen Stuhlproblemen der Hausmittel, wie Einläufe, die man noch von Mutter oder Oma kennt.

Allgemein kann man hier sagen, dass nichts gegen die Anwendung von solchen Hausmitteln spricht, sofern diese nur hin und wieder und bei Erwachsenen erfolgt. Oftmals lassen sich so einmalige Probleme lösen, ohne das Sie einen Arzt aufsuchen müssen. Hier ist es jedoch wichtig, dass Sie genau wissen was Sie tun und wie es funktioniert.

Ich muss Sie an dieser Stelle jedoch auch ausdrücklich warnen!

Ein Hausmittel ist nichts für die regelmäßige Anwendung und wenn bei Ihnen öfters Probleme mit dem Stuhlgang auftreten, dann sollten Sie in jedem Falle einen Arzt zur weiteren Abklärung aufsuchen! Hier darf man nämlich nicht vergessen, dass es sich bei Abführmitteln – auch bei Hausmitteln übrigens – um einen Eingriff in den Körper und seiner Funktionen handelt, der – vor allem auf Dauer – nicht ganz ungefährlich sein kann! Gerade Einläufe, die häufig starken Durchfall auslösen, kosten dem Körper viel Kraft und Flüssigkeit, so das Sie grundsätzlich bei jeder Art der Anwendung von Abführmittel immer ausreichend trinken sollten.

Darüber hinaus ist es absolut nicht zu empfehlen, derartige Hausmittel bei Kindern oder gar Säuglingen anzuwenden! Hier muss man immer sofort einen Kinderarzt aufsuchen, um die Ursache zu finden und zu lösen, da es sonst schwerwiegende Folgen und starke Schmerzen für das Kind bedeuten kann! Ansonsten kann das Abführmittel problemlos und ohne Sorge hin und wieder bei Bedarf angewendet werden.

Wenn Sie sich für ein Mittel aus der Apotheke entscheiden, dann sprechen Sie am Besten einfach gleich auch den Apotheker oder die Apothekerin an und lassen sich beraten. Gerne hilft man Ihnen hier weiter. Sie sollten bei der Auswahl des Produktes lediglich beachten, dass es keine Bestandteile enthält, gegen die Sie allergisch sind und in jedem Fall sollten Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage aufmerksam lesen und sich über eventuelle Risiken, die Einnahme und entsprechend mögliche Nebenwirkungen informieren und mit diesen vertraut machen. In jedem Fall dürfen Sie die in der Packungsbeilage angegebene Dosierung nicht überschreiten – auch dann nicht, wenn die Wirkung nicht eintritt – und müssen sich an die Hinweise zur Einnahme halten.

Welche Erfahrungen habe ich mit den Abführmitteln gemacht?